Last Songs

Nordisches Liedgut

Veröffentlicht in Uncategorized von endgegner am Juli 27, 2009

Das Setting: Ein Mensch und seine Gitarre, vollkommen abgeschieden von der Außenwelt in einer Holzhütte hausend in den unendlichen Weiten skandinavischer Landschaften. Romantisch klingt das, nicht wahr? Entspricht aber nur zum Teil der Realität. Man ersetze an dieser Stelle die Abgeschiedenheit durch einen tristen Wohnblock und die Landschaften durch die finnische Stadt Vaasa. Diese bietet zwar keine Einsamkeit, ist allerdings in der Lage im Winter ein bemerkenswert tristes Bild abzugeben.
Weshalb ich das hier schreibe? Vincent Krämer ist jener junge Herr, dem die Erfahrung eines (zu) langen Aufenthaltes im Norden zuteil wurde. Und er hat die Zeit dort oben genutzt. Ist zurückgekehrt mit einem wunderbaren Säcklein voller wehmütiger, subtil verschrobener Songs. Mich als Hörer begleitet dabei stets ein Gedanke: Die Töne die da klingen, das zersauselte Gitarrenpicking nebst sonorer und dabei samtener Stimme sind nicht aus der Lust am kreativen Output geboren. Diese Töne sind gleichzeitig eine Flucht: Lieber dem kreativen Wahnsinn verfallen als dem Wahnsinn im eigenen Kopf. Herauskristallisiert hat sich eine kleine Sammlung bemerkenswerter und stets unkonventioneller Songperlen, die geneigtem Hörer nicht unbedingt Hoffnung verleihen und die noch viel weniger zum Schunkeln einladen – aber zumindest für einen kurzen Moment etwas von der alltäglichen Last die auf unseren Schultern liegt wegnehmen kann. Und das allein ist schon Gold wert.

http://www.myspace.com/vincentkraemer

Wow!

Veröffentlicht in Uncategorized von endgegner am Juli 26, 2009

Der letzte Beitrag ist aus dem Oktober des Jahres 2008? Kontinuität ist wohl nicht gerade mein zweiter Vorname. Hier – nur als kleines Lebenszeichen – meine aktuellen Top 3 Alben. So denn:

1.Grizzly Bear – Veckatimest
Mit ein bisschen Anlaufzeit haben sie mich jetzt doch vom Hocker gehauen. Ein wunderbares Album!

2.Jonsi & Alex – Riceboy Sleeps
Eigentlich hatte ich mit dieser Art von Musik schon abgeschlossen. Aber hey, das hier ist wirklich gut und taugt ganz wunderbar zur Hintergrundbeschallung und zum Wegdriften.

3.Wilco – Wilco (the Album)
Wohl nicht die stärkste Wilco-Veröffentlichung, dennoch toll. Und Wilco Alben wachsen ja doch immer.

The Broken Beats – In The Ruin For The Perfect

Veröffentlicht in Rezensionen von endgegner am Oktober 15, 2008

Seit vielen Jahren schon begleitet mich diese Band, wer sie einmal live gesehen hat, weiß warum: Sänger Kim Munk ist ein Entertainer par Exelence und wickelt mit Leichtigkeit die Zuhörer um die Finger. Dazu gibt auch noch der Rest der Band ein famos sympathisches Gesamtbild ab.
Vor zwei Jahren kam es leider zu ersten Verwerfungen innerhalb des Bandgefüges als die Bassistin und Zweitstimme (und zudem noch Munks Freundin – das schönste Paar im Popbusiness schlechthin!) Christina Timm ihren Job an den Nagel hängte um sich fortan verschrobeneren Soloexperimenten zu widmen. Das im Jahre 2007 nachfolgende Album “In the Ruin for the Perfect” ließ meine Skepsis schnell wieder im Sande verlaufen – klanglich blieb fast alles beim alten. Immer noch wird man als Zuhörer mit jedem Song aufs neue herausgefordert, ausschweifende Songs wechseln sich mit bemerkenswert schnellen Seventies-Rock-Stompern ab. Klanglich ist das Gesamtbild eher heterogen, zusammengehalten wird alles durch das (auch bei alten Platten stets vorzufindende) psychedelische Element.
Einen bemerkenswerten Moment der Ruhe gibt es hier obendrein zu finden: Im fast 10-minütigen, den Albumtitel bestimmenden Opus “In the ruin for the perfect” singt Munk: “the end never came/and so the silence speaks for itself” und für 20 Sekunden verhallt alles in erdrückender Stlle. Um dann dem fulminanten Höhe- und Schlusspunkt dieser Platte entgegenzustreben. Hach.
8/10

entertainment for the braindead- hydrophobia

Veröffentlicht in Rezensionen von endgegner am September 25, 2008

als ersten netlabel-release beschreibe ich hier den vierzehnten aus dem hause aerotone. denn dieser hat es wirklich in sich: was die 21jährige kunsstudentin julkia kotowski hier in gerade 3 monaten aus dem ärmel geschüttelt hat ist wirklich atemberaubend. kategorisieren lassen sich die klänge unter dem label “folk”, wer jetzt hier etwas altbackenes oder aber singer- songwritereinerlei vermutet der ist auf dem holzweg.

vom ersten moment an, einer leicht zerpflückten soundcollage bis zur letzten minute ergibt sich ein stimmiges, leicht entrücktes gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht. geradezuspielerisch werden spuren übereinandergeschichtet, werden melodien auf die hörerin losgelassen, die – so beschrieben in einem anderen musikblog – ob ihrer dahingeflüsterten leichtigkeit beinahe elfenhaft daherkommen. als instrumentarium dienen meist gitarre und querflöte aber und vor allem: die stimme.

wer juana molina kennt wird schnell bezüge herstellen kommen, dies nimmt dem zweiten album der kölnerin aber in keiner weise die eigenständigkeit, die ein großes album ausmacht.

8/10

annuals – be he me

Veröffentlicht in Rezensionen von endgegner am September 25, 2008

hin und wieder hilft auch mir last.fm auf die sprünge. so hörte ich kürzlich den grandiosen song “sway” der annuals aus north carolina, der mich sogleich neugierig machte auf das, was es aus diesem musikalischen hause wohl noch zu hören gibt. und “be he mine”, der nach diversen auftritten auf compilations erste komplette tonträger, wusste gleich so sehr zu überzeugen, dass ich ihm ohne weiteres gerne meinen ersten beitrag hier widme.

selten hat mich ein album von der ersten sekunde an so sehr gefesselt, dabei fällt eine beschreibung nicht wirklich leicht. letztlich stehen die annuals gleich zwischen mehreren stühlen, irgendwo zwischen straightem indierock der 90erjahre, eher vertracktem sound ala menomena oder aber auch 70er Jahre psychrock. Oje, das klingt jetzt ganz furchtbar, hört sich aber wirklich toll an. Und wird beisammen gehalten vom bisweilen enigmatisch besessenen gesang adam bakers und den wirklich immer wieder spannenden sound- und noise fragmenten, die den hörer über den großteil des albums begleiten.

9/10

einleitend:

Veröffentlicht in Uncategorized von endgegner am September 25, 2008

so vieles zu hören was erwähnung verdient aber keine findet. diese seite soll sich fortan persönlichen entdeckungen von mir widmen. dabei sollen sowohl netlabel releases als auch auf auf physischen tonträgern erstandene klänge beschrieben werden.

viel spaß beim lesen.